FASD - Fetale Alkoholspektrumstörung

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FASD - Ursache, Symptome und Herausforderungen

FASD ist vermeidbar. FASD ist angeboren. FASD ist nicht heilbar.

FASD ist die Folge von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft, dabei ist es egal, ob die werdende Mutter nur ein Gläschen getrunken hat, Gelegenheitstrinkerin oder alkoholabhängig ist. Der Alkohol ist fett- und wasserlöslich und durchdringt problemlos die Plazenta. Das Kind hat nach dem Konsum den gleichen Blutalkohol wie die Mutter, es benötigt aber 10x länger diesen Pegel abzubauen. Zeit genug, damit der Alkohol Organe oder Organsysteme schädigen kann. 

Alkoholkonsum in der Schwangerschaft kann das ungeborene Kind auf vielfältige Weise schädigen. Neben Wachstumsauffälligkeiten, kann es zu facialen Auffälligkeiten und/ oder zu Schädigungen des zentralen Nervensystems kommen. 

Die Bewältigung des Alltags ist für Menschen mit der Diagnose FASD eine lebenslang anhaltende Herausforderung. Betroffene Personen haben Probleme, sich an Regeln, Termine und Absprachen zu halten, da sie diese oft einfach vergessen. Im Schulunterricht wird die Konzentrationsschwäche immer wieder sichtbar. Sie haben außerdem Schwierigkeiten, das Gelernte auf andere Situationen zu übertragen oder zum richtigen Zeitpunkt abzurufen. Das geschädigte Gehirn aktiviert mehr Gehirnareale als bei einem neurotypischen Menschen, deswegen ermüden betroffene Personen schnell und fühlen sich antriebslos. Schlafstörungen sind nicht selten eine Folge davon.

FASD in Zahlen

Für Deutschland belegen derzeit keine harten Zahlen die Häufigkeit von FASD in der Bevölkerung. Die Wissenschaftlerin Svetlana Popova ermittelte unter kanadischen Grundschülern und -schülerinnen eine  Prävalenz von 2-3% und veröffentlichte ihre Ergebnisse im Rahmen einer WHO-Studie im April 2018. 

Überträgt man die  Prävalenz von 2% auf Deutschland bedeutet dies, dass 1,5 Mio. Erwachsene sowie 285.000 Kinder und Jugendliche FASD haben. Jährlich kommen schätzungsweise 14.000 Neugeborene hinzu. Außerdem wird eine Dunkelziffer von 10.000 - 15.000 Neugeborenen pro Jahr angenommen. 

FASD Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt unter Anwendung der S3-Leitlinie, welche Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. erstellt hat. Sie umfasst die Betrachtung von: 

  • Wachstumsauffälligkeiten
  • Faciale Auffälligkeiten
  • Auffälligkeiten des zentralen Nervensystems 
  • bestätigter und nicht bestätigter Alkoholkonsum während der Schwangerschaft

einschließlich der Erstellung eines neuropsychologischen Profils, in dem die Einschränkungen der Alltagskompetenzen beschrieben werden. 

Unsere Mitarbeitenden können keine FASD-Diagnose stellen, Ihnen jedoch Unterstützung auf dem Weg zur Diagnose anbieten. 
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Vielfach wird FASD von weiteren Störungen wie Depressionen, Angststörungen oder Impulskontrollstörungen begleitet.

So können wir Sie unterstützen

Aufklärung
  • für Lehrkräfte an Schulen 
  • für Erzieher und Erzieherinnen in Kitas, Kindergärten und Kindertagesstätten
  • für Ausbildungsbetriebe
  • für Kommunen und Behörden

Beratung
  • Einzelberatung
  • Gruppenangebote (Gruppentreffen, Frühstücksgruppen, u.ä.)
  • für Pflege- und Adoptiveltern sowie für leibliche Eltern
  • für Angehörige 

Wissensvermittlung
  • strukturierende Elternkuse - 5 Abende à 90 Minuten, Treffen alle 14 Tage
  • Vorträge
  • Themenabende
  • Informationsabende 
    • Themenschwerpunkte nach Absprache

Egal wie alt die betroffene Person ist, wir unterstützen Sie. Meist wurde bereits ein Pflegegrad ermittelt, so dass einige unserer Leistungen mit der Pflegekasse abgerechnet werden können. Für darüber hinausgehende Leistungen erstellen wir Ihnen auf Anfrage gern ein Angebot. 

FASD-Fachkraft

Egbert Bramer erhielt am 12. Januar 2023 das Zertifikat für die Teilnahme am Hochschulzertifikatskurs FASD-Fachkraft (FH Münster). 

Die Weiterbildung umfasste 180 Stunden. Thematisiert wurden in 6 Modulen u.a. die interdisziplinäre Auseinandersetzung mit dem Krankheitsbild, Sozialrechtliche Grundlagen und Beratung von Menschen mit FASD. Im Abschlussmodul fertigten die Teilnehmenden des Kurses eine transferorientierte Abschlussarbeit an, welche in Abschluss-Kolloquien vorgestellt werden musste. 

Diese Weiterbildung befähigt die Absolvierenden in Einrichtungen als Ansprechpartner für andere Fachkräfte oder ggf. für Angehörige beratend zur Seite zu stehen. Ferner versetzt es sie in die Lage zur unmittelbaren Arbeit mit an FASD erkrankten Personen. 
Quelle: Diakonie HJU
Egbert Bramer
FASD-Fachkraft (FH Münster) 
Lindenallee 2
26670 Uplengen-Remels
Egbertbramer1@outlook.de
oder an info@diakonie-hju.de
Tel: 04956 92825-500

Bürozeiten:
montags bis freitags
von 08:00 bis 13:00 Uhr 
und nach Vereinbarung 

Flyer zum Download

Weiterführende Links

Fachzentrum für Pflegekinder mit FASD
https://fasd-fz-koeln.de/


FASD Deutschland e.V.
https://www.fasd-deutschland.de/

Sonnenhof Evangelischer Verein - FASD Fachzentrum
https://fasd-fachzentrum.de/was-ist-fasd/

Podcast Chaos im Kopf von Wolfgang Werminghausen
https://www.chaosimkopf.info/